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Stimmen der Opfer am Ort der Täter

Projektová práce s videorozhovory (zdroj: CeDiS / FUB)

Projektová práce s videorozhovory (zdroj: CeDiS / FUB)
Foto, zdroj: CeDiS / FUB

Seminare mit Video-Zeugnissen von Überlebenden des Holocaust und der Zwangsarbeit an der Topographie des Terrors

In Kooperation mit der Stiftung "Topographie des Terrors" bietet das Center für Digitale Systeme eine Reihe von Seminaren für Schulklassen an, in denen lebensgeschichtliche Video-Interviews der USC Shoah Foundation. The Institute for Visual History and Education und aus dem Online-Archiv „Zwangsarbeit 1939-1945. Erinnerungen und Geschichte“ als zentrale Quellen genutzt werden.

Ziel der Seminare ist ein quellenkritisches historisches Lernen, bei dem die Jugendlichen die Unterschiedlichkeit der Perspektiven von Tätern, Opfern und Zuschauern erfassen und zueinander ins Verhältnis setzen.


März 1933: Erinnerungen an ein frühes Pogrom in der Provinz

Am 25. März 1933 wurden im schwäbischen Creglingen alle jüdischen Männer von SA und Polizei in das Rathaus verschleppt und dort gefoltert. Das Fallbeispiel zeigt die gewalttätige Entwicklung des Nationalsozialismus in seinen Anfängen. Die Jugendlichen rekonstruieren die Haltungen nichtjüdischer Täter und Augenzeugen anhand von polizeilichen Vernehmungsprotokollen von 1933 sowie die Perspektiven jüdischer Betroffener aus aktuellen lebensgeschichtlichen Video-Interviews. In einer virtuellen Ausstellung präsentieren die Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse und reflektieren deren Bedeutung für ihre Gegenwart.

Ab Jahrgangsstufe 9


Erzählen nach dem Überleben: Frauen aus dem Konzentrationslager Ravensbrück

Anhand von Video-Interviews mit vier Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen nach Ravensbrück deportiert wurden, setzen sich die Jugendlichen mit Erinnerungen an die Verfolgung und mit Aspekten des Erzählens auseinander: Wie sprechen die Überlebenden heute über die Aufseherinnen? Wie erinnern sie sich an den Alltag im Konzentrationslager und welche Rolle spielen diese Erfahrungen in ihrem späteren Leben? Die Jugendlichen erforschen Erinnerungsstücke und setzen sie in Beziehung zu der Ausstellung am Ort der Täter.

Ab Jahrgangsstufe 8


Zeugen im Frankfurter Auschwitz Prozess

Am Beispiel des Frankfurter Auschwitz-Prozesses (1963-65) setzen sich die Jugendlichen mit Auschwitz, seiner juristischen Aufarbeitung nach 1945 und der aktiven Rolle von Überlebenden als Zeuginnen und Zeugen auseinander. Anhand von Prozessaussagen (Audio-Quellen) und von vier lebensgeschichtlichen Video-Interviews werden die sich wandelnden Dimensionen von Zeugenschaft analysiert: Wie war die Rolle der Zeuginnen und Zeugen in den NS-Prozessen und welche Bedeutung hatten ihre Aussagen vor Gericht für ihre Lebensgeschichte? Die Lernenden präsentieren ihre Ergebnisse in einem selbst gestalteten Radiofeature.

Das Seminar kann auch zur Vor- oder Nachbereitung eines Besuchs der Gedenkstätte Auschwitz genutzt werden.

Ab Jahrgangsstufe 10


Deportiert aus Berlin. Jüdische Überlebende berichten

Das Seminar thematisiert die Bedeutung der Deportationen in der Verfolgungsgeschichte der Juden in Deutschland. In Berlin begann 1941 die Deportation von Juden in die Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager in Osteuropa. Ziele der Transporte waren Litzmannstadt (Lodz), Minsk, Riga, Kowno, Warschau und Auschwitz. Die letzte Welle von Deportationen erfolgte im Rahmen der sogenannten Fabrikaktion im Februar 1943. Dennoch konnten einige Juden in Berlin untertauchen und auf diese Weise bis Kriegsende überleben. Ausgehend von Video-Interviews mit Berliner Juden lernen die Jugendlichen einzelne Lebensgeschichten kennen und begegnen dabei grundlegenden Fragen wie denen nach dem damaligen Wissen und möglichen Handlungsoptionen.

Ab Jahrgangsstufe 10


Das Warschauer Ghetto: Gegenläufige Perspektiven

Die meisten der bekannten Fotografien aus den nationalsozialistischen Ghettos sind aus Propaganda-Zwecken entstanden. So dominieren die Einstellungen der Täter noch immer das Bild vom Warschauer Ghetto, das auch Jugendliche aus Ausstellungen, Filmen oder Schulbüchern kennen.

Die Schülerinnen und Schüler analysieren unterschiedliche Fotografien aus dem Ghetto vor dem Hintergrund von Interview-Kurzfilmen mit Überlebenden, die über das Warschauer Ghetto berichten.

Ab Jahrgangsstufe 10

(ab Ende Oktober 2015)


Informationen

Die Seminare finden in den Räumen der Topographie des Terrors statt, beziehen Teile der dortigen Ausstellung mit ein und beanspruchen ungefähr fünf Zeitstunden.

Anmeldung:

Sie können sich über die Website der Stiftung "Topographie des Terrors" für die Seminare anmelden.

Rückfragen und Kontakt:

Dorothee Wein
Tel:+49 (0)30 838 52053
E-Mail: vha@cedis.fu-berlin.de