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Expertenrunde "Zwangsarbeit in Europa - Zwangsarbeit in Berlin"
Begleitend zur Ausstellung "Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg" veranstaltete die Stiftung EVZ und das Jüdische Museum am 4. Oktober 2010 ein Podiumsgespräch über "Zwangsarbeit in Europa - Zwangsarbeit in Berlin".
Podiumsgespräch, 4.10.2010 (Foto: Jan Zappner)
Zwangsarbeit im Nationalsozialismus war ein Verbrechen in der Nachbarschaft: Berliner Passanten begegneten Zwangsarbeitern etwa in Kreuzberg in der Lindenstraße 28 - dort befand sich vermutlich eines der rund 3.000 in der ganzen Stadt verteilten Lager. In Berliner AEG-Werken waren bis zu 60 Prozent der Belegschaft Zwangsarbeiter, an ihrer Kleidung durch Kennzeichen erkennbar. Dennoch - konkrete Fakten und Erinnerungsorte sind wenig bekannt.
Die Historiker Christine Glauning (Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide), Cord Pagenstecher (Berliner Geschichtswerkstatt e.V. / Freie Universität Berlin) und Jens-Christian Wagner (Gedenkstätte KZ Buchenwald und Mittelbau-Dora) sprachen über historische Fakten und Orte der NS-Zwangsarbeit. Sie präsentieren neu erschlossenes Fotomaterial und gehen der Frage nach, wie dieses Gesellschaftsverbrechen und die Schicksale der Zwangsarbeiter erinnert werden. Moderiert wurde der Abend von Manfred Sapper (Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde).
Der Audio-Mitschnitt der Veranstaltung ist hier zu hören:
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Übersicht der Fragen:
1. Begrüßung Martin Bock, Einführung Manfred Sapper
2. Welchen historischen Ort hatte die Zwangsarbeit im Nationalsozialismus?
3. Wie viele Zwangsarbeiter gab es in Europa und in Berlin?
4. Warum gelangte die Zwangsarbeit erst seit 1986 ins Bewusstsein der deutschen Gesellschaft?
5. Wie verschieden wurden unterschiedliche Zwangsarbeiter-Gruppen behandelt?
6. Das nationalsozialistischen Lagersystem im Reichsgebiet
7. Die Erinnerungen der ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter
8. Wie gestaltete sich das Leben im Zwangsarbeiterlager?
9. Was wusste die deutsche Bevölkerung von den Lagern?
10. Welche Rolle spielte der Kriegsverlauf für die Zwangsarbeit im Reich und in den besetzten Gebieten?
11. Wie wurde die Geschichte der Zwangsarbeit in beiden deutschen Staaten nach 1945 aufgearbeitet?
12. Wie gelang es, Politik und Öffentlichkeit für das ehemalige Zwangsarbeiterlager in Berlin-Schöneweide zu sensibilisieren?
13. Publikumsfragen
14. Fazit
Fotos der Veranstaltung:
Links und Literatur:
- Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg. Begleitband zur Ausstellung, hg. v. Volkhard Knigge, Rikola-Gunnar Lüttgenau und Jens-Christian Wagner im Auftrag der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Weimar 2010
- Pagenstecher, Cord, Bremberger, Bernhard, Wenzel, Gisela, Zwangsarbeit in Berlin. Archivrecherchen, Nachweissuche und Entschädigung, Berlin 2008
- Arbeitskreis Berliner Regionalmuseen (Hrsg.), Zwangsarbeit in Berlin 1938–1945, Berlin 2003
- Das Dokumentationszentrum NS Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide. Zur Konzeption. Eine Veröffentlichung der Stiftung Topographie des Terrors, hrsg. v. Andreas Nachama, Christine Glauning, Katharina Sophie Rürup, Berlin 2006
- "NS-Lager entdeckt". Zwangsarbeiterlager Schöneweide wird historischer Lernort, hrsg. v. Förderverein für ein Dokumentations- und Begegnungszentrum zur NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide e. V., Berlin 2006
News
Fortführung des Projekts „Zwangsarbeit 1939 - 1945“
Die Freie Universität Berlin, das Deutsche Historische Museum Berlin und die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ setzen ihre erfolgreiche Zusammenarbeit im Projekt „Zwangsarbeit 1939 - 1945“ fort.
Neue Zeitzeugen-App
Mit den Erinnerungen von Zeitzeugen unterwegs zu Orten der Zwangsarbeit in Berlin - das ermöglicht die Smartphone-App der Berliner Geschichtswerkstatt.
In Memoriam Peter Haber
Der Experte für Digital History ist am 28. April 2013 nach langer Krankheit verstorben. Wir erinnern an Peter Haber mit einem im Oktober 2012 geführten Interview.

