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Die Erinnerung der Deutschen und der Zwangsarbeiter
27. September 2010: Eine große Ausstellung erinnert 65 Jahre nach Kriegsende im Jüdischen Museum Berlin an die Zwangsarbeit.
Aus diesem Anlass zeigen wir drei Interview-Ausschnitte ehemaliger Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Zwei Zeitzeuginnen und ein Zeitzeuge berichten, wie sie die Erinnerungskultur der Deutschen erleben und wie sie selbst sich an die Zwangsarbeit erinnern.
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Die Erinnerung der Deutschen und der Zwangsarbeiter. Ausschnitte aus den Video-Interviews mit Sinaida B. ("Ostarbeiterin" aus der Ukraine), Barbara Sz. (in Karlruhe eingesetzte Polin) und Iossif G. (jüdischer Zwangsarbeiter aus Weißrussland), Archiv "Zwangsarbeit 1939-1945", Dauer 3:40 Minuten, Schnitt: Tobias Kilgus, Alexandra Neumann, Cord Pagenstecher, © Freie Universität Berlin 2010
Die Erinnerung der Deutschen und der Zwangsarbeiter
Ab 27. September erinnert eine große Ausstellung im Jüdischen Museum Berlin an die nationalsozialistische Zwangsarbeit. Die internationale Wanderausstellung "Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg" ist ein wichtiger Meilenstein der gesellschaftlichen Erinnerung: Zehn Jahre nach Beginn der Zwangsarbeiter-Entschädigung eröffnet der Bundespräsident eine umfangreiche Ausstellung über die lange vergessene NS-Zwangsarbeit.
Viele Zeitzeuginnen und Zeitzeugen beobachten aufmerksam die öffentliche Erinnerung in Deutschland. In den 2005 / 2006 geführten Interviews des Online-Archivs "Zwangsarbeit 1939-1945. Erinnerungen und Geschichte" schildern die ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter unterschiedliche Erfahrungen mit dem Gedenken in Deutschland und in ihren Heimatländern. Die drei kurzen Ausschnitte beleuchten unterschiedliche Einschätzungen des gesellschaftlichen und individuellen Gedächtnisses.
Die Ausstellung "Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg" wurde von der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora erarbeitet und von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" gefördert. Bestandteil der Ausstellung sind auch Ausschnitte aus zwölf Interviews des Online-Archivs "Zwangsarbeit 1939-1945. Erinnerungen und Geschichte". Mehr»
Biografische Daten
Sinaida B., "Ostarbeiterin" aus der Ukraine
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1914: Geburt in Belgorod
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1938: Arbeit als Ingenieurin in Charkow
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1942: Verschleppung zur Zwangsarbeit nach Berlin. Arbeit bei der Kosmetikfirma "Schwarzkopf", später in einem Privathaushalt
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1943: Nach Luftangriffen mit der deutschen Familie nach Hessen
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1944: Arbeit in der Munitionsfabrik WASAG in Allendorf / Hessen
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1945: Befreiung durch amerikanische Truppen, Sowjetisches Filtrierlager in Magdeburg und Rückkehr nach Charkow
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1978: Rente
- Interview za465 »
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Dauer: 3:20 Stunden, Datum: 22.09.2004, Sprache: Russisch
Barbara Sz., in Karlsruhe eingesetzte Polin
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1929: Geboren in der Nähe von Konin
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1939: Deutsche Besetzung, Schließung der polnischen Schulen, Landarbeit
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1944: Verschleppung über Posen nach Karlsruhe, Zwangsarbeit bei den Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken (DWM) Karlsruhe (heute Gelände des Zentrums für Kunst- und Medientechnologie) und Grötzingen, bei Bombardierungen verletzt
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1945: Befreiung, danach Schulbesuch und Arbeit im eigenen Friseursalon
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2004: Besuch in Karlsruhe
- Interview za246 »
- Dauer: 2:26 Stunden, Datum: 13.09.2006, Sprache: Polnisch
Iossif G., jüdischer Zwangsarbeiter aus Weißrussland
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1926: In Minsk geboren
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1941: Mit seiner Familie im jüdischen Ghetto Minsk, Zwangsarbeit in der nahe gelegenen Radiofabrik, Hilfe für Partisanen (Besorgung von Nahrungsmitteln, Medikamenten, Waffen)
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1942: Umsiedlung aus dem Ghetto in Barackenlager bei der Minsker Radiofabrik
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1944: Befreiung, danach Schulbesuch und Studium der Elektrotechnik und Arbeit als Elektroingenieur
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1986: Pensionierung
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Dauer: 4:01 Stunden, Datum: 02.08.2005, Sprache: Russisch
News
Vor 70 Jahren: Die "Ostarbeiter-Erlasse"
Erinnerungen einer Ukrainerin an die Auswirkungen der "Ostarbeiter-Erlasse" vom 20. Februar 1942 - Expertengespräch mit einer Interviewerin über ihre Gespräche mit früheren "Ostarbeitern"
Zweite Auflage Bildungsmaterialien
Die Bildungsmaterialien des Online-Archivs "Zwangsarbeit 1939-1945" sind nun in einer zweiten Auflage erschienen. Video-DVD, Lernsoftware und Lehrerheft sind über die Bundeszentrale für politische Bildung bestellbar.
Neuer Projektschultag zum Auschwitz-Prozess
In dem neuen Angebot der Reihe „Stimmen der Opfer am Ort der Täter“ forschen Jugendliche an der „Topographie des Terrors“ über Zeugen und Täter im Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963-65).
