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Interview mit Dr. Franziska Henningsen
Extremtraumatisierung und Erinnerung - Zur psychoanalytischen Perspektive auf lebensgeschichtliche Interviews mit Überlebenden des Nationalsozialismus
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Übersicht der Fragen:
- Umgangssprachlich werden ja viele Dinge als traumatisch bezeichnet. Was verstehen Sie unter einem Trauma?
- In welchem Zusammenhang spricht man von posttraumatischer Belastungsstörung?
- Wie lassen sich unterschiedliche Formen von Traumata unterscheiden?
- Gibt es Besonderheiten bei der Traumatisierung von Überlebenden der Shoah?
- Wie beeinflussen Traumata das Erinnern und das Erzählen von Überlebenden?
- Können Oral-History-Interviews bei traumatisierten Interviewpartner/innen zu einer Retraumatisierung führen?
- Welche Rolle spielt die Interviewtechnik in solchen Situationen?
- Worin bestehen Schwierigkeiten für die Interviewer/innen?
- Wie soll man bei der Arbeit mit Schüler/innen damit umgehen, wenn sie sich von einer scheinbaren Emotionslosigkeit der Überlebenden irritiert zeigen?
- Welchen Beitrag kann die Psychoanalyse zur wissenschaftlichen Interpretation lebensgeschichtlicher Interviews leisten?
- Was kann man aus Video-Interviews mit Überlebenden lernen?
Zur Person:
Franziska Henningsen wurde 1948 in Flensburg geboren. Sie hat Psychologie, Pädagogik, Philosophie und Politische Wissenschaften in Freiburg und München studiert und 1975 promoviert. Danach war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Klinische Psychologie an der Universität München und an der Universitätskinderpoliklinik tätig. Inzwischen arbeitet sie als Psychoanalytikerin, ist Lehranalytikerin am Berliner Psychoanalytischen Institut (Karl-Abraham-Institut) und Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV). Ihr Forschungsschwerpunkt ist das psychische Trauma. Sie ist Mitbegründerin der Arbeitsgruppe SBPM, die Standards zur Begutachtung traumatisierter Flüchtlinge formuliert und ein Fortbildungscurriculum entwickelt hat.
Zum Interview:
Ort: Berlin
Datum: 02.12.2010
Interviewerinnen: Verena Nägel und Dorothee Wein
Kamera und Schnitt: Branka Pavlovic
Bearbeitung: Verena Nägel
Literaturauswahl:
- gemeinsam mit Ágnes Berger, Ludger M. Hermanns und János C. Togay (Hrsg.): Psychoanalyse hinter dem Eisernen Vorhang, Frankfurt a. M. 2010.
- Konkretistische Fusion, Agieren und Symbolisieren. Zum psychoanalytischen Prozeß bei schwerem frühkindlichen Trauma, in: Psyche, 62, 2008, 1148-1169.
- Übertragung und Gegenübertragung bei der Begutachtung traumatisierter Flüchtlinge, in: Haenel, Ferdinand/ Wenk-Ansohn, Mechtild (Hrsg.): Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen in aufenthaltsrechtlichen Verfahren, Basel 2004, S. 184-207.
- Destruktion und Schuld. Spaltungen und Reintegrationsprozesse in der Analyse eines traumatisierten Patienten, in: Psyche 2000, 54, S. 974-1001.
- Psychisches Trauma - psychische Realität, in: Zeitschrift für psychoanalytische Theorie und Praxis 5/1990, S. 204-227.
- Antiautoritär und konventionell erzogene Kinder im Vergleich. Eine psychologische Studie, München 1973.
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