Multimedia-Station des Deutschen Historischen Museums ist online
Die Multimedia-Station "Zwangsarbeit 1939-1945. Erinnerungen und Geschichte" der Ständigen Ausstellung des Deutschen Historischen Museums ist nun online unter http://www.dhm.de/zwangsarbeit verfügbar.
News vom 26.04.2009
Das neue Online-Angebot des Deutschen Historischen Museums stellt nun Lebensschicksale von ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern aus dem Archiv "Zwangsarbeit 1939-1945. Erinnerungen und Geschichte" vor. Es präsentiert Ausschnitte aus zwölf Interviews, eine Karte, einen Zeitstrahl und weitere Informationen zum Thema. Die nun online verfügbaren Inhalte sind bereits seit Januar 2009 in einer Multimedia-Station in die Ständige Ausstellung des Deutschen Historischen Museums integriert.
Die Auswahl greift auf die rund 2000 Video- und Audiobänder der Interviews mit ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern zurück, die in dem Kooperationsprojekt der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", der Freien Universität Berlin und des Deutschen Historischen Museums inventarisiert, digitalisiert und archiviert wurden und nun unter konservatorisch besten Bedingungen im Museum gelagert sind. Das Online-Archiv www.zwangsarbeit-archiv.de des Projekts trägt zur Erinnerung an die über zwölf Millionen Menschen, die für das nationalsozialistische Deutschland Zwangsarbeit geleistet haben, bei. 590 Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus 26 Ländern erzählen darin ihre Lebensgeschichten in 393 Audio- und 190 Video-Interviews. Während das Online-Portal zur intensiven Auseinandersetzung in Bildung und Forschung mit dem Thema in all seinen Facetten anregt, will die Online-Präsentation und die Multimedia-Station des Deutschen Historischen Museums mit der getroffenen Auswahl an Interviews einen ersten Zugang zu diesem Kapitel deutscher Geschichte bieten. Die Präsentation ist die für das Internet optimierte Version der Multimedia-Station zum Thema, die von den wissenschaftlichen Mitarbeitern der Abteilung Zentrale Dokumentation entwickelt und umgesetzt wurde.
„Es ist sehr wichtig, dass die kommenden Generationen davon wissen. Deshalb rede ich darüber. […] Es gibt so viel zu erzählen. Ich möchte, dass man die damalige Zeit versteht...“ - der Ausschnitt aus dem Interview mit dem ehemaligen Zwangsarbeiter Joseph Michael P., der heute in Israel lebt, ist ein bewegender Moment in der Erzählung seiner Lebensgeschichte. Joseph Michael P. ist einer der Betroffenen, die für die Online-Präsentation „Zwangsarbeit 1939-1945. Erinnerungen und Geschichte“ ausgewählt wurden.
Die Präsentation der didaktischen Ausstellungsstation über die Homepage des Deutschen Historischen Museums ermöglicht einem breiteren Publikum den Zugang zu dem Thema. Unabhängig von den Öffnungszeiten des Museums oder einem Berlin-Besuch können sich Interessierte mit den Lebenserzählungen der ehemaligen Zwangsarbeiter intensiv beschäftigen. Gerade in der Möglichkeit, über die mündliche Erzählung der Betroffenen Zugang zu diesem Thema deutscher Geschichte zu finden, liegt der besondere Stellenwert sowohl der Online-Präsentation als auch der Ausstellungsstation.
Die ausgewählten Interviewpartner bilden die großen Opfergruppen unter den Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern ab: Eine ukrainische „Ostarbeiterin“, eine polnische Zwangsarbeiterin, ein sowjetischer Kriegsgefangener, Sklavenarbeiter aus Konzentrationslagern und ein italienischer Militärinternierter berichten über unterschiedliche Einsatzbereiche in der Industrie, der Landarbeit, im Bergbau und im Privathaushalt. Die Interviews lassen sich zu übergeordneten Themen wie „Herkunft und Familie“, „Arbeit und Terror“, „Rückkehr und Emigration“ anwählen. Hintergrundinformationen erhält der Nutzer durch einführende Texte, Daten und Fakten zur Zwangsarbeit. Die Interviews wurden in deutscher Sprache untertitelt.
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