Interview mit Dr. Franziska Henningsen

Extremtraumatisierung und Erinnerung  -  Zur psychoanalytischen Perspektive auf lebensgeschichtliche Interviews mit Überlebenden des Nationalsozialismus

Dr. Franziska Henningsen ist Psychoanalytikerin in eigener Praxis und Lehranalytikerin am Berliner Psychoanalytischen Institut (Karl-Abraham-Institut). Ihr Forschungsschwerpunkt ist das psychische Trauma. In dem Interview spricht sie über die Folgen von Traumata und ihren Einfluss auf lebensgeschichtliche Interviews von Überlebenden des Nationalsozialismus.

Zur Person:

Franziska Henningsen wurde 1948 in Flensburg geboren. Sie hat Psychologie, Pädagogik, Philosophie und Politische Wissenschaften in Freiburg und München studiert und 1975 promoviert. Danach war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Klinische Psychologie an der Universität München und an der Universitätskinderpoliklinik tätig. Inzwischen arbeitet sie als Psychoanalytikerin, ist Lehranalytikerin am Berliner Psychoanalytischen Institut (Karl-Abraham-Institut) und Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV). Ihr Forschungsschwerpunkt ist das psychische Trauma. Sie ist Mitbegründerin der Arbeitsgruppe SBPM, die Standards zur Begutachtung traumatisierter Flüchtlinge formuliert und ein Fortbildungscurriculum entwickelt hat. Am 03.02.2015 ist Franziska Henningsen an Krebs verstorben.

Zum Interview:

Ort: Berlin
Datum: 02.12.2010
Interviewerinnen: Verena Nägel und Dorothee Wein
Kamera und Schnitt: Branka Pavlovic
Bearbeitung: Verena Nägel

Literaturauswahl:

  • gemeinsam mit Ágnes Berger, Ludger M. Hermanns und János C. Togay (Hrsg.): Psychoanalyse hinter dem Eisernen Vorhang, Frankfurt a. M. 2010.
  • Konkretistische Fusion, Agieren und Symbolisieren. Zum psychoanalytischen Prozeß bei schwerem frühkindlichen Trauma, in: Psyche, 62, 2008, 1148-1169.
  • Übertragung und Gegenübertragung bei der Begutachtung traumatisierter Flüchtlinge, in: Haenel, Ferdinand/ Wenk-Ansohn, Mechtild (Hrsg.): Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen in aufenthaltsrechtlichen Verfahren, Basel 2004, S. 184-207.
  • Destruktion und Schuld. Spaltungen und Reintegrationsprozesse in der Analyse eines traumatisierten Patienten, in: Psyche 2000, 54, S. 974-1001.
  • Psychisches Trauma - psychische Realität, in: Zeitschrift für psychoanalytische Theorie und Praxis 5/1990, S. 204-227.
  • Antiautoritär und konventionell erzogene Kinder im Vergleich. Eine psychologische Studie, München 1973.