Expertengespräche

Fachleute aus Wissenschaft und Praxis kommentieren wichtige Fragen zur NS-Zwangsarbeit, zur Entschädigung, zu Erinnerungsmustern und zu lebensgeschichtlichen Interviews.

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Michele Barricelli (1)

Videografierte Interviews mit Überlebenden im Schulunterricht. Geschichtsdidaktische Überlegungen

Michele Barricelli ist Professor für Didaktik der Geschichte an der Leibniz Universität Hannover und langjähriger Berater und Begleiter des Projekts  "Zwangsarbeit 1939-1945". Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der empirischen Lehr-Lern-Forschung im Fach Geschichte, bei Kompetenzmodellen für das historische Lernen unter besonderer Berücksichtigung der Narrativen Kompetenz und in der Vermittlung von Zeitgeschichte im Geschichtsunterricht. Im ersten Interviewteil spricht er über die Rolle, die videografierte Interviews mit Überlebenden im Schulunterricht einnehmen können.

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Michele Barricelli (2)

Die Video-DVD "Zeitzeugen-Interviews für den Unterricht" und das Online-Archiv "Zwangsarbeit 1939-1945. Erinnerung und Geschichte". Demonstration und didaktische Kommentare.

Im zweiten Interviewteil demonstriert und kommentiert er die Video-DVD "Zeitzeugen-Interviews für den Unterricht" und das Online-Archiv "Zwangsarbeit 1939-1945. Erinnerung und Geschichte".

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Alesja Belanovich-Petz

Die Erinnerung an Zwangsarbeit in der Republik Weißrussland - die Teilsammlung "Weißrussland-IBB Minsk"

Alesja Belanovich-Petz promoviert über geschlechtsspezifische Erfahrungen von Ostarbeiterinnen aus Weißrussland. Sie spricht über ihre Zeitzeugen-Interviews und das Oral History-Archiv Nasha Pamiac in Belarus.

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Bettina Deutsch

Unterrichten mit der Online-Anwendung „Lernen mit Interviews“

Bettina Deutsch ist Lehrerin für Geschichte und Französisch in Berlin-Kreuzberg. Sie hat die Online-Anwendung mit ihren Schülerinnen und Schülern getestet und berichtet von ihren Erfahrungen.

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Andreas Eberhardt

Über die Perspektiven der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft"

Im Interview spricht der Vorstandsvorsitzende der Stiftung EVZ, Andreas Eberhardt, über seinen Werdegang, den Entschädigungsprozess der ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, das Online-Archiv „Zwangsarbeit 1939-1945“ sowie die neuen Ziele und Projekte der Stiftung.

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Piotr Filipkowski

The Commemoration of National Socialist Forced Labor in Poland (auf Englisch)

Piotr Filipkowski arbeitet am Institut für Philosophie und Soziologie der polnischen Akademie der Wissenschaften. Seit 2002 ist er Mitglied von KARTA, wo er im Oral History Programm tätig ist. Im Interview spricht er über die Arbeit von KARTA und die Bedeutung von Oral History in Polen. Außerdem thematisiert er die Bedeutung der Zwangsarbeit für die Erinnerungskultur in Polen. Das Interview wurde in englischer Sprache geführt.

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Ralph Giordano

Zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in Deutschland

Der deutsch-jüdische Journalist, Publizist und Regisseur Ralph Giordano überlebte den Holocaust. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit der Aufarbeitung und dem Fortleben des Nationalsozialismus in Deutschland. Im Interview spricht er über seine Autorentätigkeit, die Auseinandersetzung mit Rechtsradikalismus in Deutschland, seine Erfahrungen mit Schüler/innen und die Bedeutung von Zeitzeugen für das öffentliche Bewusstsein.

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Constantin Goschler

Zum Umgang mit der NS-Zwangsarbeit seit 1945

Prof. Constantin Goschler ist Zeithistoriker an der Ruhr-Universität Bochum. Er spricht im Interview über gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Entwicklungen, die zur Gründung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ führten. Die Stiftung organisierte und beaufsichtigte die Entschädigungszahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter.

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Peter Haber

Digital History - Geschichtswissenschaft und Neue Medien

Dr. Peter Haber war Historiker und Experte für Geschichtswissenschaft im digitalen Zeitalter. Anlässlich einer Tagung in Berlin konnte im Oktober 2012 dieses Interview geführt werden.

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Franziska Henningsen

Extremtraumatisierung und Erinnerung  -  Zur psychoanalytischen Perspektive auf lebensgeschichtliche Interviews mit Überlebenden des Nationalsozialismus

Dr. Franziska Henningsen ist Psychoanalytikerin in eigener Praxis und Lehranalytikerin am Berliner Psychoanalytischen Institut (Karl-Abraham-Institut). Ihr Forschungsschwerpunkt ist das psychische Trauma. In dem Interview spricht sie über die Folgen von Traumata und ihren Einfluss auf lebensgeschichtliche Interviews von Überlebenden des Nationalsozialismus.

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Tomáš Jelínek (1)

Zwangsarbeiter-Entschädigung in der Tschechischen Republik. Von der Antragstellung zur Auszahlung (OmU) 

Der Historiker und heutige Geschäftsführer des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds Dr. Tomáš Jelínek nahm 1999 bis 2001 als Mitglied der tschechischen Delegation an den Verhandlungen über die Entschädigung teil. Im Interview spricht er über die Verhandlungen aus tschechischer Sicht sowie die Antragstellung und Auszahlung in Tschechien.

Das Interview wurde in tschechischer Sprache geführt und mit deutschen Untertiteln versehen.

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Tomáš Jelínek (2)

Interviews mit NS-Opfern in der Tschechischen Republik (OmU)

Der Historiker und heutige Geschäftsführer des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds Dr. Tomáš Jelinek leitete die tschechische Teilsammlung für das Interviewprojekt „Zwangsarbeit 1939 – 1945“. Er spricht über das Zustandekommen der Interviews sowie ihre Bedeutung für die tschechische Gesellschaft und die Erzählenden selbst.

Das Interview wurde in tschechischer Sprache geführt und mit deutschen Untertiteln versehen.

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Ulrike Jureit

Erinnerungsmuster - Zur Methode von Oral History Interviews und deren Interpretation

Dr. Ulrike Jureit ist Historikerin am Hamburger Institut für Sozialforschung. Sie hat sich jahrelang mit der Methodik lebensgeschichtlicher Interviews mit KZ-Überlebenden beschäftigt. In dem Interview erläutert sie ihre Konzepte von „Erinnerungsmustern" und "Erfahrungsaufschichtung". Sie spricht über die methodische Analyse von Oral History-Interviews sowie über deren Bewertung in der Wissenschaft.

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Éva Kovács

Soziologie, Oral History und Holocaust in Ungarn - Zeitzeugen-Interviews und ihre Nutzung

Dr. Éva Kovács ist Kulturanthropologin (Senior Research Fellow) am Institut für Soziologie der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Budapest. Sie spricht im Interview über ihre verschiedenen Interviewprojekte wie „Stimmen des 20. Jahrhunderts“, das Studierendenprojekt „Rescape“ und ihre Interviews für das Online-Archiv „Zwangsarbeit 1939-1945. Erinnerungen und Geschichte“ in Ungarn und der Slowakei. Insbesondere die Erinnerung an die Shoah in Ungarn und ihre Interviews mit überlebenden ungarischen jüdischen Zwangsarbeitern sind weitere Schwerpunkte dieses Gesprächs.

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Albert Lichtblau

Oral History - Interviewführung und Interviewinterpretation

Albert Lichtblau ist Historiker und stellvertretender Leiter des Zentrums für Jüdische Kulturgeschichte an der Universität Salzburg. Er publizierte zur Oral History und führte im Rahmen des Projektes Survivors of the Shoah der Visual History Foundation zahlreiche Interviews, u. a. mit Simon Wiesenthal und Richard Glaser. Im Interview spricht er über die Rolle des Interviewers, über den Unterschied zwischen Audio- und Videointerviews sowie über die Möglichkeiten der Interpretation von Zeitzeugeninterviews.

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Alexander von Plato (1)

Das Projekt „Dokumentation lebensgeschichtlicher Interviews mit ehemaligen Sklaven- und Zwangsarbeitern“ (Teil 1)

Dr. Alexander von Plato ist Historiker und langjähriger Leiter des Instituts für Geschichte und Biographie der Fernuniversität Hagen war einer der drei Koordinatoren des Projekts "Dokumentation lebensgeschichtlicher Interviews mit ehemaligen Sklaven- und Zwangsarbeitern". Er übernahm die methodische Anleitung zur Interviewführung. Im ersten Interviewteil (Das Projekt "Dokumentation lebensgeschichtlicher Interviews mit ehemaligen Sklaven- und Zwangsarbeitern") spricht er über die Entstehungsgeschichte des Projekts sowie die Herausforderungen bei dessen Umsetzung.

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Alexander von Plato (2)

Das Oral History Projekt und seine Ergebnisse im internationalen Kontext (Teil 2)

Im zweiten Interviewteil (Das Oral History Projekt und seine Ergebnisse im internationalen Kontext) erläutert er die internationale Dimension der geführten Interviews und deren Bedeutung für Wissenschaft und Bildung.

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Jan Rietema

Konzeptionelle Überlegungen zur Archiv-Plattform "Zwangsarbeit 1939-1945"

Jan Rietema war als Softwareentwickler und Programmierer zuständig für die Konzeption und Entwicklung des Online-Archivs "Zwangsarbeit 1939-1945". Im Interview spricht er über die vorgenommenen Arbeitsschritte und die Online-Platform in ihrer heutigen Form. Er erläutert auch, welche Erfahrungen für die Bereitstellung anderer Sammlungen relevant sind und wo das Archiv in den "Digital Humanities" zu verorten ist.

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Günter Saathoff

Zur Entstehung und Arbeit der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft"

Günter Saathoff ist ehemaliger Vorstand der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft".

In dem Interview spricht er über die Entstehung und die Ziele der Stiftung. Er erläutert die Auszahlungspraxis an ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und geht auf die durch den Fonds "Erinnerung und Zukunft" geförderten Bildungsprojekte ein.


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Martin Sabrow

Die Entwicklung der Zeitzeugenschaft nach 1945. Ein Blick aus zeitgeschichtlicher Perspektive.

Martin Sabrow ist Professor für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der Universität Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Bereiche Politische Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts, Diktaturforschung, Historiographie- und Erinnerungsgeschichte. Im Interview spricht er über die Entwicklung und Bedeutung des Begriffs "Zeitzeuge" und über den adäquaten Umgang mit Erinnerungsberichten.

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Christian Schoelzel

Interviews mit NS-Opfern in Kroatien

Dr. Christian Schölzel ist Inhaber des Geschichtsbüros Culture and more und Experte für die deutsch-(süd)osteuropäische Geschichte. Für die dem Online-Archiv "Zwangsarbeit 1939-1945" zu Grunde liegende Interviewsammlung hat er mit NS-Opfern in Kroatien gesprochen (Teilsammlung "Kroatien - CM München"). Er berichtet über seine Erfahrungen bei der Entstehung der Interviews und über Geschichte und Erinnerung in Ex-Jugoslawien.

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Jiří Šitler

Die Verhandlungen um Entschädigung für die NS-Zwangsarbeit aus tschechischer Sicht (OmU)

Der Historiker und Diplomat Jiří Šitler war von September 2000 bis Mai 2001 Sonderbotschafter des tschechischen Außenministeriums bei den internationalen Verhandlungen über die Zwangsarbeiter-Entschädigung. Im Interview spricht er über diese Verhandlungen aus tschechischer Sicht und bewertet die darauf basierenden Zahlungen an NS-Opfer in der Tschechischen Republik.

Das Interview wurde in tschechischer Sprache geführt und mit deutschen Untertiteln versehen.

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Natalia Timofeeva

Interviews mit ehemaligen "Ostarbeitern" in Russland

Dr. Natalia Timofeeva leitet das Regionalzentrum für Oral History im südrussischen Woronesch und publiziert über deutsch-sowjetische Beziehungen und Oral History. Für die dem Online-Archiv "Zwangsarbeit 1939-1945" zu Grunde liegende Interviewsammlung hat sie mit ehemaligen "Ostarbeiterinnen" in Russland gesprochen (Teilsammlung "Russland - Regionalzentrum Woronesch"). Sie berichtet über die "energetische Zusammenarbeit" mit den Zeitzeugen bei der Entstehung der Interviews.

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Rob van der Laarse

War, Heritage and the Dynamics of Memory (auf Englisch)

Der Historiker und Anthropologe Rob van der Laarse ist Leiter der Amsterdam School for Heritage and Memory Studies (ASHMS). Er erläutert die Dynamik der niederländischen, deutschen und europäischen Erinnerungskulturen. Er diskutiert die Rolle von Oral-History-Sammlungen und spricht über den Stellenwert der nationalsozialistischen Zwangsarbeit in diesen konkurrierenden Erinnerungen im Nachkriegs-Europa. Das Interview wurde in englischer Sprache geführt.

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Loretta Walz

Zur Entstehung des Online-Archivs "Die Frauen von Ravensbrück"

Die Filmemacherin Loretta Walz ist Expertin auf den Gebieten Oral History und Biografieforschung. Seit 1980 hat sie mit dem Projekt „Widerstand leben - Frauenbiografien“ eine der größten und ältesten deutschen Videointerview-Sammlungen mit überlebenden Frauen dreier Konzentrationslager geschaffen. In dem Expertengespräch berichtet sie über die Anfänge ihrer Arbeit, die Veränderung der öffentlichen Wahrnehmung von Oral History im Laufe der Zeit und die Entwicklung digitaler Archive im Allgemeinen.

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Gisela Wenzel

Oral History und Geschichtswerkstätten

Gisela Wenzel ist Mitbegründerin der Berliner Geschichtswerkstatt und Expertin für NS-Zwangsarbeit in Berlin und Brandenburg. Für die dem Online-Archiv "Zwangsarbeit 1939-1945" zu Grunde liegende Interviewsammlung hat sie mit früher in Berlin eingesetzten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern aus Lodz (Polen) gesprochen (Teilsammlung "Polen - BGW Berlin"). Sie berichtet über die Bedeutung von Zeitzeugen-Interviews für die Arbeit der Geschichtswerkstätten.

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Barbara Wiesinger

Die Erinnerung an Zwangsarbeit im ehemaligen Jugoslawien – die Teilsammlung Serbien

Barbara Wiesinger ist Lektorin bei E. DORNER/westermann wien und gilt als Expertin für die Zeitgeschichte Ex-Jugoslawiens. Für die dem Online-Archiv "Zwangsarbeit 1939-1945" zu Grunde liegende Interviewsammlung hat sie mit ehemaligen Zwangsarbeitern in Serbien gesprochen (Teilsammlung Serbien). Sie berichtet von ihren Erfahrungen während des Projekts und von der Erinnerungskultur im ehemaligen Jugoslawien.

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Podiumsgespräch

Begleitend zur Ausstellung "Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg" veranstaltete die Stiftung EVZ und das Jüdische Museum am 4. Oktober 2010 ein Podiumsgespräch über "Zwangsarbeit in Europa - Zwangsarbeit in Berlin" mit den Historikern Dr. Christine Glauning (Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide), Dr. Cord Pagenstecher (Berliner Geschichtswerkstatt e.V. / Freie Universität Berlin) und Dr. Jens-Christian Wagner (Gedenkstätte KZ Buchenwald und Mittelbau-Dora, Moderation Dr. Manfred Sapper (Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde). Der Audio-Mittschnitt ist hier zu hören.

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Polen-Erlasse

Am 12. März 2015 organisierten das Center für Digitale Systeme (CeDiS) der Freien Universität Berlin sowie das Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften (CBH PAN Berlin) in Kooperation mit der Berliner Geschichtswerkstatt e.V. und der Stiftung Topographie des Terrors/ Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit eine Veranstaltung anlässlich des 75. Jahrestages der Polen-Erlasse. Der Mittschnitt der Vorträge kann hier angesehen werden:

Mitglieder des Projektteams haben die teilweise mehrstündigen Expertengespräche seit 2009 geführt und zu knapp halbstündigen Filmen zusammengefasst. Die mit jeweils ca. 10 Interviewfragen lassen sich direkt ansteuern.