Interview mit Tomáš Jelínek

Interviews mit NS-Opfern in der Tschechischen Republik (OmU)

Der Historiker und heutige Geschäftsführer des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds Dr. Tomáš Jelinek leitete die tschechische Teilsammlung für das Interviewprojekt „Zwangsarbeit 1939 – 1945“. Er spricht über das Zustandekommen der Interviews sowie ihre Bedeutung für die tschechische Gesellschaft und die Erzählenden selbst.

Das Interview wurde in tschechischer Sprache geführt und mit deutschen Untertiteln versehen.

Zur Person:

Tomáš Jelínek studierte in Düsseldorf, Erlangen und Prag. Er promovierte in Zeitgeschichte an der Karlsuniversität Prag.

Im Zeitraum 1999-2001 war er Teil der tschechischen Delegation bei den Verhandlungen über eine Entschädigung der Opfer der NS-Zwangs-und Sklavenarbeit. Als Leiter der Dokumentationsabteilung des Prager Büros für Opfer des Nationalsozialismus beim Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds war er verantwortlich für die Bearbeitung der Anträge von ehemaligen Zwangsarbeitern in der Tschechischen Republik.

Zusammen mit Viola Jakschová und Šárka Jarská leitete er die tschechische Teilsammlung des Interviewprojektes „Zwangsarbeit 1939-1945“.

Bis 2016 war Tomáš Jelínek stellvertretendes Kuratoriumsmitglied der deutschen Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) und ist Mitglied im internationalen Beirat der Stiftung "Topographie des Terrors" in Berlin. Er ist Mitbegründer der Nichtregierungsorganisation "Živá paměť" (Lebendige Erinnerung) in Prag. Auch war er Mitglied des Organisationsausschusses der Konferenz "Holocaust Era Assets Conference", die 2009 in Prag stattfand.

Zum Interview:

Ort: Prag

Datum: 09.06.2015

Interviewer/in: Šárka Jarská, Petr Koura

Kamera und Ton: Petr Záruba

Bearbeitung/Übersetzung: Miriam Mráčková

Schnitt und Untertitelung: Branka Pavlovic

 

Literaturauswahl

Jelínek, Tomáš (2003): Zwangsarbeit im Nationalsozialismus, in: Autorenkollektiv des Büros für Opfer des Nationalsozialismus: „Kommt die Arbeit nicht zu Dir…“ Verschiedene Formen der Zwangsarbeit in Studien und Dokumenten, Prag: Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds, S. 16–32.

Jelínek, Tomáš; Kučera, Jaroslav (2006): Ohnmächtige Zaungäste. Die Entschädigung von tschechoslowakischen NS-Verfolgten, in: Hockerts, Hans Günter; Moisel, Claudia; Winstel, Tobias (eds.): Grenzen der Wiedergutmachung. Die Entschädigung für NS-Verfolgte in West- und Osteuropa 1945–2000, Göttingen: Wallstein Verlag, S. 776–834.

Jelínek, Tomáš (2008): Entschädigung der NS-Opfer, in: Glauning, Christine; Hořák, Martin (eds.): Im Totaleinsatz: Zwangsarbeit der tschechischen Bevölkerung für das Dritte Reich, Prag: Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds und Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide [Ausstellungskatalog], S. 138–153.

Jelínek, Tomáš (2008): Odškodnění nuceně nasazených. Nucená práce pro německé hospodářství za 2. světové války a cesta k její kompenzaci: východiska – jednání – výsledky, in: AUC – Studia territorialia, č. XI, S. 223–367.

Jelínek, Tomáš; Jarská, Šárka (2014): V soukolí války a ideologie. Nucená práce českého obyvatelstva pro německé válečné hospodářství, in: Knigge, Volkhard; Lüttgenau, Rikola-Gunnar und Wagner, Jens-Christian (eds.): Nucená práce. Němci, nuceně nasazení a válka [Ausstellungskatalog], Praha: Lidové noviny, S. 190–204.