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Ziele und Arbeitsschritte des Projekts
Das Projekt "Zwangsarbeit 1939 - 1945" zielt auf die dauerhafte Sicherung, Bereitstellung und fundierte Erschließung der Audio- und Video-Interviews und ihrer Begleitmaterialien.
Zentrale Arbeitsschritte sind die Archivierung, die Digitalisierung, der Aufbau einer Online-Plattform, die Übersetzung, die Segmentierung und Erschließung sowie die Aufbereitung für die historisch-politische Bildung. Ein Einführungsfilm informiert knapp über die Interview-Sammlung sowie die Arbeiten und Zielsetzungen des Projektes.
Das Kooperations-Projekt ist im Herbst 2007 gestartet. Zunächst wurden die Interview-Bänder digitalisiert und qualitativ nachbearbeitet. Seit Januar 2009 steht das Archiv in einer ersten Online-Version für Expertinnen und Experten zur Verfügung. Seit Mitte Juni 2010 bietet ein neues Release des Online-Archivs eine verbesserte Such- und Benutzer-Funktionalität. Auf den Interviews basierende Bildungsmaterialien wurden erstellt und ergänzen das Online-Angebot. Die Übersetzungs- und Erschließungsarbeiten schreiten fort.
Übersicht über die einzelnen Projektbausteine
- Archivierung und Inventarisierung
- Digitalisierung
- Bereitstellung über eine webbasierte Archivplattform
- Übersetzung
- Segmentierung und Erschließung
- Historisch-politische Bildung
Digitalisierung der Audio-Interviews
(Quelle: CeDiS / FUB)
Digitalisierung der Video-Interviews
(Quelle: CeDiS / FUB)
Archivierung und Inventarisierung
Das Deutsche Historische Museum sorgt für die fachgerechte Inventarisierung und die dauerhafte Lagerung der etwa 2000 Audio- und Video-Bänder und ihrer Begleitmaterialien unter konservatorisch optimalen Bedingungen in der Kinemathek des Deutschen Historischen Museums.
Digitalisierung
Das Center für Digitale Systeme (CeDiS) der Freien Universität Berlin hat die etwa 2000 Video- und Audio-Bänder digitalisiert. Die Bänder wurden mit dem Digas-System der Firma David Systems digitalisiert und qualitativ, nicht aber inhaltlich nachbearbeitet. Die Dateiformate Broadcast WAVE (für die 393 Audio-Interviews) und DV (für die 190 Video-Interviews) sind praktikable und vielfältig einsetzbare Zwischenformate. Zur Nutzung über eine Online-Plattform wurden die Dateien in ein internetfähiges Format übertragen (Audio: MP3, Video: MPEG4 Codec H264 und FLV onVP6).
Bereitstellung über eine webbasierte Archivplattform
Das Center für Digitale Systeme (CeDiS) entwickelt eine interaktive webbasierte Archivplattform. Nach einer Registrierung sind folgende Materialien zugänglich:
- Interviews (Audio / Video)
- Transkripte
- Übersetzungen (sofern vorhanden)
- Fotografien und Dokumente
- Kurzbiografien
- Weiterführende Informationen
Unterschiedliche Rechercheoptionen (Personen, Meta-Daten und Volltextsuche) erlauben den gezielten Zugriff auf die mit weiterführenden Materialien angereicherten Interviews. Studierende, Forscherinnen und Forscher, aber auch Schülerinnen und Schüler können die Interviews nach Teilsammlungen, Gruppen, Orten oder konkreten Erfahrungen durchsuchen und die Rechercheergebnisse online ansehen bzw. anhören. Ein gezielter thematischer Zugriff auf einzelne Interviewteile ist möglich. In Zukunft werden zudem Funktionen für kooperatives Arbeiten (Web 2.0) bereit gestellt.
Übersetzung
Zur einfacheren Nutzung in Bildungsarbeit und Forschung sollen die in 25 Sprachen vorliegenden Interviews vollständig ins Deutsche übersetzt werden. Der Arbeitsbereich für Geschichte Ostmitteleuropas am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin koordiniert das Lektorat und die Übersetzung der Transkripte.
Segmentierung und Erschließung
Die wissenschaftliche Erschließung ist eine inhaltliche Aufbereitung der Interviews. Sie ermöglicht eine Recherche nach verschiedenen Gesichtspunkten die zielgenau auch zu einzelnen Interviewpassagen führt. Grundlage ist die Segmentierung der mehrstündigen Interviews, d. h. die Koppelung von Transkript und Mediendatei mit Hilfe von Timecodes.
Mit einem webbasierten Redaktionssystem werden dann die Interviews nach Orten, Lagern, Firmen und Personen indexiert und mit Haupt- und Zwischenüberschriften gegliedert. Kurzbiografien und persönliche Daten der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen werden überprüft. Im Ergebnis ermöglichen biografische Daten, Inhaltsverzeichnisse und Register die Orientierung und die Suche innerhalb der umfangreichen lebensgeschichtlichen Interviews. Zugleich können dadurch verschiedene Berichte, etwa aus dem gleichen Lager, miteinander verknüpft werden.
Segmentierung und Erschließung der Interviews werden vom Center für Digitale Systeme der Freien Universität Berlin koordiniert.
Historisch-Politische Bildung
Einige Interviews aus dem Online-Archiv wurden für die historisch-politische Bildung aufbereitet. Auf der Grundlage von biografischen Kurzfilmen wurden Unterrichtsmaterialien erstellt: "Zeitzeugen-Interviews für den Unterricht: Video-DVD - Lernsoftware - Lehrerheft" erleichtern die Nutzung der Interviews im Geschichtsunterricht, bei Projekttagen oder Präsentationsprüfungen.
Ausgewählte Interview-Ausschnitte werden in einer PC-Station im Deutschen Historischen Museum und in weiteren Ausstellungen und Museen gezeigt.
News
27. Januar
Elf junge Erwachsene sahen in der "Topographie des Terrors" Spuren des Täter-Orts Gestapo-Zentrale und hörten Erinnerungen aus dem Zeitzeugen-Archiv "Zwangsarbeit 1939-1945".
Neuer Projektschultag zum Auschwitz-Prozess
In dem neuen Angebot der Reihe „Stimmen der Opfer am Ort der Täter“ forschen Jugendliche an der „Topographie des Terrors“ über Zeugen und Täter im Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963-65).
Zeugenschaft und NS-Prozesse
Am 15. Dezember 1961 endete der Jerusalemer Eichmann-Prozess. Der Auschwitz-Überlebende Yehuda B. berichtet über seine Erfahrungen als Zeuge im Prozess gegen Adolf Eichmann.




